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Der Muskeltest

KinesiologieDen unterschiedlichsten kinesiologischen Richtungen liegt immer das so genannte Muskeltesten zugrunde. Über das An- bzw. Abschalten eines Muskels signalisiert das Körper-Seele-Geist-System, was einen Menschen (oder auch ein Tier) stärkt, was es schwächt und was eher neutral wirkt. Zunächst wählt man einen Muskel als Indikatormuskel, der im Normalzustand entspannt zu halten ist. Dann drückt man diesen für ein paar Sekunden leicht, während der Getestete ausatmend entspannt versucht zu halten und dabei in sich hinein spürt. Ist der Muskel ohne Anstrengung locker zu halten, wird dies als „Anschalten“ gewertet. Zittert der Muskel, gibt er nach oder kann er nur unter Anstrengung gehalten werden, so spricht man in der Kinesiologie vom „Abschalten“ des Muskels. Wie kommt es zu diesem Effekt? Bei Stress wird die Kommunikation der Synapsen (im Gehirn) für eine Millisekunde unterbrochen. Die Unterbrechung setzt sich über die Nerven fort bis in die Muskeln und verursacht eine kurzzeitige Muskelschwäche. Wer schon einmal wacklige Knie vor Lampenfieber oder gar nach einem Unfall hatte, kennt den Effekt. Der getestete Muskel zeigt sich nun schwächer als normal oder die Testperson muss deutlich mehr Kraft aufwenden, um den Muskel auf gleicher Höhe zu halten.

Exkurs: Das PACE – Voraussetzung für sauberes Testen
Das Muskeltesten erfreut sich auch in Laienkreisen großer Beliebtheit. Um ein sauberes Testergebnis zu gewährleisten, sollten sowohl Testender als auch Getesteter im sogen. PACE sein. Mit PACE ist hier nicht in erster Linie das lateinische Wort für Frieden gemeint. PACE ist ein Kunstbegriff aus dem Engl. und bedeutet: Positiv, Aktiv, Klar (Clear) und Energetisch. Um dies zu gewährleisten, stellt
man zunächst einmal sicher, dass beide ausreichend Wasser getrunken haben, im kinesiologischen Sinne „eingeschaltet“, im Aktiv- (und nicht im Passiv-)modus sind und die richtige Einstellung zur Veränderung haben bzw. Gouverneursgefäß und Zentralgefäß so fließen, dass kinesiologisches Arbeiten möglich und sinnvoll ist. Getestet wird das Pace in umgekehrter Reihenfolge:
Energetisch: Wasser Trinken
Clear (klar): Massieren der sogen. „Gehirnknöpfe“ (Kuhlen unter dem Schlüsselbein)
Aktiv: Überkreuzbewegungen
Positiv: Hook-Ups (aus dem Brain Gym) oder „Positiv Punkte“ (Stirnbeinhöcker) ganz sanft halten

Anwendungsbereiche
Über das Muskeltesten lassen sich energetische Ungleichgewichte, mentale Blockaden, längst vergessene Traumata, Unverträglichkeiten und andere Stressfaktoren aufspüren. Ärzte, Heilpraktiker, Psychiater und Psychologen setzen sie z.B. als Diagnoseinstrument oder z.B. beim Austesten von Allergien ein. Aber nicht nur das! Die gute Nachricht ist, dass man mit Hilfe einer erfahrenen Kinesiologin/eines erfahrenen Kinesiologen über den Muskeltest herausfinden kann, was das konkrete Körper-Seele-Geist-System braucht, damit es ihm (wieder) gut geht. Neu „programmiert“ können die Energien dann wieder frei fließen, man findet zur Homöostase zurück und ist wieder in der Lage, sein gesamtes Potential zu nutzen, um eine bestimmte (z.B. Prüfungs-) Situation gut zu meistern. In Ausnahmefällen, wenn z.B. krankheitsbedingt kein Muskel gehalten werden kann, arbeitet man stattdessen mit bewusster Körperwahrnehmung, dem so genannten Noticing, oder testet an einem Surrogat. In der Regel, gibt es einen Tester und eine zu testende Person. Um an sich selbst zu arbeiten oder auszutesten, was dem eigenen System gut tut, kann man verschiedene Versionen des sogenannten Selbsttests erlernen. (Siehe auch YouTube Video)

Stress

Die Kinesiologie ist also eine höchst individuelle Bio-Feedback-Methode, die der Tatsache Rechnung trägt, dass jedes Wesen einzigartig ist. So kann für den einen stärkend sein, was für einen anderen Stress bedeutet: eine herausfordernde Situation (z.B. Prüfung, Bewerbungs-, oder Verkaufsgespräch), ein Lebensmittel die An- oder Abwesenheit einer bestimmten Person, aber auch die Farbe an der Wand, ein Bild, eine bestimmte Musik. Oft erlebt man, dass Folgendes unverträglich testet: Weizen u. andere glutenhaltige Getreide, Industriezucker, Schweinefleisch, Milch, die eigene Brille oder Gürtelschnalle aus Metall, Piercings, ein Haustier, Kosmetika, Medikamente, synthetische Kleidung, Gummisohlen unter den Schuhen. Stress verursachen kann aber auch das falsche Wasser (z.B. aus weichen Plastikflaschen) aber eben auch ein Gedanke, eine Emotion, das unbedachte Wort eines Mitmenschen, der Job, die Partnerschaft, die gesamte Lebenssituation usw. Da der Mensch bemüht ist, aus Erfahrungen zu lernen, speichert er den meisten Stress, der im widerfährt, ab. Darum behindern uns auch gelegentlich sogar längst vergangene und vergessene Erfahrungen in Situationen, die wir in keinerlei Zusammenhang mehr damit bringen. Hier kann die Kinesiologie eine große Hilfe sein, uns von diesen erlernten Beschränkungen zu befreien und dem Körper-Seele-Geist-System aufbauende Alternativen zu eröffnen. Eine Gruppe von Menschen (Familie, Team, Abteilung oder sonstige Gemeinschaft) testet man i.d.R. an einer die Gruppe repräsentierenden Person, wenn es um ein gemeinsames Ziel geht, an jedem einzeln, wenn die Zielsetzungen unterschiedlich sind.

Stärkungsmöglichkeiten

Positive PunkteWas nötig ist, damit ein Individuum (wieder) in den wünschenswerten Zustand kommen kann, ist so vielfältig wie der Mensch selbst. Die Kinesiologie kennt eine große Bandbreite unterschiedlichster Stärkungsmöglichkeiten angefangen beim Wassertrinken, dem sanften Halten der Stirnbeinhöcker oder Überkreuzbewegungen. Viele der Unterstützungen sind mit Bewegung verbunden und seien es auch nur Augen-Folgebewegungen. Aus der frühkindlichen Entwicklung wissen wir, der Mensch lernt und verändert sich am leichtesten über Bewegung. So ist auch ein möglicher Weg, den Stress aus dem System zu entlassen und es neu auszurichten ist, neben vielen anderen, z.B. das Praktizieren von Asanas oder das Singen von Mantras. Gestärkt werden kann aber z.B. auch über sinnvolle Ernährung bzw. das Weglassen schwächender Substanzen oder unterstützende Energien wie z.B. Sonnenlicht (auf dem 3. Auge), Heilpflanzen oder Bachblüten oder auch über das Halten, Reiben oder Klopfen bestimmter Akupunkturpunkte wie etwa im „Touch for Health“ (Trademark) oder beim EFT (emotional freedom technique) Klopfen sowie über bewusstes Atmen (gern Bauchatmung oder verlängertes Ausatmen) oder kreativen Ausdruck (Tanzen, Malen, das Spielen eines Instruments).

Die drei bedeutendsten Kinesiologie-Richtungen

Das Touch for Health ist eine der drei wichtigsten Kinesiologie-Richtungen und wurde von John F. Thie entwickelt als Gesundheitspräventions- und Selbsthilfemethode für Laien. Sie fußt auf den Gesetzmäßigkeiten der traditionellen chinesischen Medizin. Nicht minder wirk- bzw. bedeutsam ist die eher pädagogisch orientierte EDU-Kinesiologie. Hier ist besonders das von Dr. Paul Dennison entwickelte „Brain Gym“ (Trademark) hervorzuheben. Über gezielte Körperübungen, die z.T. an Asanas erinnern, werden vor allem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gesteigert, das Lernen und auch die Präsentation des Gelernten fallen leichter. So ist diese Methode z.B. auch bei Firmencoachings hilfreich. Ein dritter wichtiger Bereich der Kinesiologie, das Three in One Concepts von Gordon Stokes und Daniel Whiteside, befasst sicher vor allem mit mentalen Blockaden bzw. psychischen Herausforderungen und den zugrundeliegenden Ereignissen oder Glaubenssätzen. Unbewusste, beschränkende Einstellungen zu einem bestimmten Thema oder zu sich selbst können mit Hilfe dieser Kinesiologierichtung sehr schön durch lebensbejahende, förderliche ersetzt werden. Darüber hinaus findet die Kinesiologie – wie gesagt – auch in Heilberufen Anwendung. Besonders hervorzuheben ist hier die Psycho-Kinesiologie nach Dr. med. Dietrich Klinghardt.